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Arbeitsgruppen

 

Die teilnehmenden Studierenden werden in vier trinationale Arbeitsgruppen eingeteilt, die im Vorfeld der Summer School eine gemeinsame Aufgabe zu einem politisch-theoretischen oder vergleichenden Thema zu Grenzen und Grenzregimen in Europa bearbeiten und eine Präsentation dazu vorbereiten. Die Gruppen werden nach der Auswahl der Teilnehmer*innen von den Veranstalter*innen eingeteilt. Bitte geben Sie auf dem Anmeldeformular Ihre Präferenzen an.

 

Arbeitsgruppe 1: Grenzschließung durch Anti-Identitätspolitik (Betreuer: Karsten Schubert)

In Deutschland, Frankreich und der Schweiz toben Kulturkämpfe um Identitätspolitik. Identitätspolitik wird dafür kritisiert, die demokratische Gemeinschaft und die öffentliche Debatte zu zersetzen. Die Arbeitsgruppe geht davon aus, dass diese Identitätspolitikkritiken Praktiken der Grenzschließung sind: Sie konstituieren eine homogen
gedachte Mehrheitsgesellschaft und grenzen sie gegen Minderheiten ab. Die Arbeitsgruppe dient dem Vergleich der Diskurse, mit denen die homogene Einheit in den drei Ländern hergestellt wird. Dabei soll insbesondere analysiert werden, wie der explizite Anspruch auf Universalismus, der im französischen Republikanismus formuliert ist, zu stärkeren Grenzziehungen führt als die schwächeren deutschen Äquivalente wie Leitkultur und Verfassungspatriotismus und ob Grenzziehungen in der dreisprachigen Schweiz anders getroffen werden.

 

Arbeitsgruppe 2: Positionen rechter Parteien zu Grenzen (Betreuerin: Angela Geck)

Rechte und rechtspopulistische Parteien wie Rassemblement National und Reconquête in Frankreich, die AfD in Deutschland, und die SVP in der Schweiz fordern eine stärkere Regulierung von Grenzen. Das betrifft inbesondere die Migration aber auch andere Bereich wie den Handel. In der Artikulation ihrer Positionen bedienen sie sich Methaphen und Narrativen, die Grenzen als Verteidigungslinien der Gesellschaft gegen ein bedrohliches Außen darstellen. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich vergleichend mit den Positionen rechter und rechtspopulistischer Parteien in Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Durch die Analyse von Wahlprogrammen, Reden und anderer Dokumente arbeitet sie heraus, welche konkreten grenzpolitischen Maßnahmen die Parteien ergreifen wollen und mit welchen diskursiven Mitteln sie Wähler*innen für ihre Sichtweise zu gewinnen versuchen.

 

Arbeitsgruppe 3: Grenzbefestigungen als Ausdruck beschädiger nationaler Identität? (Betreuerin: Lara Husar)

Die Errichtung einer Mauer an der Grenze zu Mexiko war ein zentrales Projekt des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Auch in Europa kam es in dern jüngeren Vergangenheit vermehrt zu Forderungen nach einer stärkeren Befestitung der Außengrenzen. Insbesondere an den Süd- und Ostgrenzen der europäischen Union errichteten Staaten neue Sperranlagen. Zuletzt begann Polen mit dem Bau einer Mauer an der Grenze zu Belarus. In ihrem Buch "Mauern. Die neue Abschottung und der Niedergang der Souveränität" (2010, deutsche Übersetzung: 2018) untersucht Wendy Brown das Paradox dieser neuen Abschottungspolitik in einer globalisierten Welt. Brown zufolge stellen die Grenzbefestigungen eine theatralische Inszenierung staatlicher Souveränität dar, die jedoch letztlich eine beschädigte nationale Identität und den schmerzhaften Niedergang der staatlichen Souveränität bezeugt. Die Arbeitsgruppe setzt sich im Rahmen einer politisch-theoretischen Perspektive mit Browns Buch auseinander.

 

Arbeitsgruppe 4: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Corona-Pandemie am Oberrhein (Betreuer: Marc-Antoine Maes)

Die Corona-Pandemie stellt Grenzregionen wie das Oberrheinische Dreiländereck vor große Herausforderungen. Verstärkte Kontrollen bis hin zur zweitweisen Schließung von Grenzen schränken die Mobilität von Pendler*innen ein und behindern die regionale Wirtschaft. Zur effektiven Bekämpfung der Pandemie ist eine grenzüberschreitende Kooperation bei der Nachverfolgung der Kontakte Infizierter und im Gesundheitswesen notwendig. Im Rahmen der Oberrheinkonferenz und des Oberrheinrats haben schweizer, französische und deutsche Behörden gemeinsame Maßnahmen in den Berreichen Gesundheit, Krisenmanagment und Wirtschaft entwickelt. An der Erstellung einer umfassenden gemeinsamen Pandemie Strategie wird gearbeitet. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit am Oberrhein bezüglich der Corona-Pandemie. Sie analyisert die besonderen Herausforderungen vor die die Pandemie die Grenzregion gestellt hat, untersucht die getroffenen Maßnahmen und gegenwärtigen Päne für eine weitere Zusammenarbeit und arbeitet Chancen und Herausforderungen heraus.

 

 

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